Was bedeutet Immersion?

Immersion ist eine Methode, bei der Kinder die Minderheitensprache täglich in der Kita-Gruppe hören. Die Sprache ist dabei nicht auf eine Stunde pro Woche beschränkt, sondern fester Bestandteil des Tagesablaufs. So gewöhnen sich die Kinder in natürlichen Situationen an sie, etwa beim Spielen oder beim gemeinsamen Essen.

Ein Beispiel ist das Programm WITAJ in der Lausitz. Es beruht auf Immersion in Kindertagesstätten und zweisprachigem Unterricht in Schulen. Die Kita bildet die erste Stufe, die Schule knüpft daran an. So bleibt der Kontakt zur Sprache auch nach der Kita erhalten.

Gemaltes Regal mit bunten Bilderbüchern und Kinderstühlen in einem leeren Gruppenraum

Minderheitenschulen: das Beispiel Südschleswig

Die Schule bildet die zweite Säule. In Südschleswig gibt es Schulen der dänischen Minderheit. Die weiterführenden Schulen dieser Minderheit erhielten nach 1955 die deutsche Anerkennung. Das bedeutet, dass der Unterricht in der Minderheitensprache in das allgemeine Schulsystem eingebunden ist.

Für die Förderung der Sprachen sind überwiegend die Länder zuständig. Sie entscheiden, wie der Unterricht gestaltet wird und welche Hilfen es in einer Region gibt. Dieser Text gibt einen allgemeinen Überblick und geht nicht auf einzelne Vorschriften ein.

Medien, Forschung und Regionalkultur

Eine Minderheitensprache braucht auch außerhalb des Klassenzimmers Raum. Die Sprachencharta nennt Bildung und Medien als Bereiche des Sprachenschutzes. Medien machen die Sprache auch in anderen Zusammenhängen als im Unterricht hörbar und stärken so ihren Alltagsgebrauch.

Eine wichtige Rolle spielt zudem die Wissenschaft. Das Nordfriisk Instituut in Bredstedt, tätig seit 1965, dokumentiert Sprache, Kultur und Geschichte der Friesen. Durch solche Dokumentation wird Regionalkultur beschrieben und bewahrt. Die Arbeit ergänzt, was in Kitas, Schulen und Medien geschieht.

Familie und Tradition

Die Familie bleibt der erste Ort, an dem Kinder mit der Minderheitensprache in Berührung kommen. Bräuche, Erzählungen und alltägliche Gespräche geben Regionalkultur von einer Generation an die nächste weiter. Einrichtungen unterstützen diese Tradition, ohne sie zu ersetzen. Kita und Schule geben der Sprache einen Platz im öffentlichen Leben, die Familie verleiht ihr persönliche Bedeutung.

Was folgt daraus?

Sprachweitergabe gelingt besser, wenn sie auf mehreren Ebenen zugleich stattfindet: in der Familie, in der Kita, in der Schule, in den Medien und in der Forschung. Die Beispiele aus der Lausitz, aus Südschleswig und aus Bredstedt zeigen, dass jede Region eigene Lösungen entwickelt. Weitere Hintergründe bieten die Beiträge über Sorbisch und Südschleswig.