Was ist Sorbisch?

Sorbisch gehört zur westslawischen Sprachfamilie und ist damit unter anderem mit dem Polnischen und dem Tschechischen verwandt. Es ist jedoch keine einheitliche Sprache. Unterschieden werden die beiden Schriftsprachen Obersorbisch und Niedersorbisch, jeweils mit eigener Norm, eigenen Schreibregeln und eigenem Verbreitungsgebiet.

Diese Unterscheidung spiegelt die geografische Gliederung der Lausitz wider. In ihren beiden Teilen hat sich jeweils eine eigene Schriftsprache herausgebildet. Wer über Sorbisch spricht, sollte deshalb stets angeben, welche der beiden gemeint ist.

Oberlausitz: Obersorbisch

Die Oberlausitz liegt in Sachsen, ihr Mittelpunkt ist Bautzen. Dort wird hauptsächlich Obersorbisch gesprochen. In Bautzen hat das Sorbische Institut seinen Sitz. Die öffentlich getragene Einrichtung hat den wissenschaftlichen Auftrag, sorbische Kultur, Geschichte und Sprache zu erforschen.

Auch die Domowina, der Dachverband sorbischer Vereinigungen, hat ihren Sitz in Bautzen. Die Stadt gilt damit als wichtigster Ort sorbischen Lebens in der Oberlausitz.

Niederlausitz: Niedersorbisch

Die Niederlausitz gehört zu Brandenburg, ihr Zentrum ist Cottbus. Hier wird vorwiegend Niedersorbisch gesprochen. Die Domowina unterhält auch in Cottbus einen Sitz und ist somit in beiden Regionalzentren vertreten.

Niedersorbisch und Obersorbisch werden zuweilen gemeinsam betrachtet, haben aber jeweils eigene Schriftnormen. Beide Formen verdienen daher eine gesonderte Betrachtung.

Gemalte Teichlandschaft mit Kiefern und Heide im Abendlicht, Sinnbild der Lausitz

Wie wird Sorbisch gelernt?

Die Weitergabe an jüngere Generationen wird unter anderem durch das Programm WITAJ unterstützt. Es setzt auf Immersion in Kindertagesstätten und auf zweisprachigen Unterricht in Schulen. Kinder lernen die Sprache dadurch nicht nur als Fach, sondern nutzen sie auch bei alltäglichen Aktivitäten.

Regelmäßiger Kontakt mit einer Minderheitensprache in Kita und Schule gibt ihr die Chance, in der nächsten Generation weiterzuleben. Mehr zu diesem Prinzip steht im Beitrag Sprache weitergeben.

Zusammenfassung

Sorbisch umfasst zwei Schriftsprachen: Obersorbisch rund um Bautzen in Sachsen und Niedersorbisch rund um Cottbus in Brandenburg. Wer sich für die Oberlausitz, die Niederlausitz oder slawische Kultur an Deutschlands Ostgrenze interessiert, findet bei den genannten Einrichtungen weiterführende Informationen.