Friesisch zwischen Nordsee und Saterland
Friesisch bildet in Deutschland kein einheitliches Sprachsystem, sondern umfasst mehrere eigenständige Sprachformen in zwei Regionen. Hier erfahren Sie, wo diese gesprochen werden und wie sie geschützt sind.
Wo wird in Deutschland Friesisch gesprochen?
In Deutschland wird Nordfriesisch in Schleswig-Holstein und Saterfriesisch im Saterland in Niedersachsen gesprochen. Saterfriesisch wird auch als Ostfriesisch bezeichnet. Da die beiden Sprachformen in unterschiedlichen Bundesländern beheimatet sind, gibt es auf der Deutschlandkarte zwei getrennte Zentren des Friesischen.
Die Friesen gehören zu den anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland. Der Staat erkennt sie damit offiziell als nationale Minderheit an.
Nordfriesisch: viele Mundarten an der Küste und auf den Inseln
Nordfriesisch gliedert sich in Festlands- und Inselmundarten. Insgesamt sind es etwa neun Mundarten, die der Sprache eine große Vielfalt verleihen. Daher lässt sich Nordfriesisch am besten als Gruppe verwandter Formen beschreiben, nicht als einheitliches System. Diese Unterscheidung ist sowohl für die Forschung als auch für das Verständnis der Situation dieser Minderheit von Bedeutung.
Nähere Angaben zu einzelnen Mundarten bieten wissenschaftliche Darstellungen, etwa die des Nordfriisk Instituut.

Saterfriesisch im Saterland
Saterfriesisch ist die im Saterland in Niedersachsen gesprochene Form des Ostfriesischen. Sein Sprachgebiet liegt weit von den nordfriesischen Gebieten entfernt und gehört zu einem anderen Bundesland. Diese räumliche Trennung erklärt, weshalb die beiden Sprachformen getrennt beschrieben werden. Die beiden Gruppen leben jeweils in einem eigenen regionalen Umfeld.
Schutz und Forschung
Seit 1998 fallen Nordfriesisch und Saterfriesisch unter Teil III der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Damit gilt für diese Sprachen ein besonderer Maßnahmenkatalog.
Eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung ist das Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Es besteht seit 1965 und widmet sich der Sprache, Kultur und Geschichte der Friesen. Seine Arbeit zeigt, dass Friesisch kontinuierlich erforscht wird und nicht nur gelegentlich in Veröffentlichungen Beachtung findet.
Zusammenfassung
Das Friesische hat in Deutschland zwei Zentren: Nordfriesisch in Schleswig-Holstein und Saterfriesisch in Niedersachsen. Beide Sprachformen sind durch die Sprachencharta anerkannt, und die Friesen zählen zu den nationalen Minderheiten. Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte, findet weitere Informationen in den Veröffentlichungen des Instituts in Bredstedt.